Dies ist die Übersetzung eines Beitrags von Tamar Weinberg. Tamar hat mir freundlicher Weise gestattet, ihren Artikel zu übersetzen und in leicht adaptierter Form hier zu veröffentlichen. Ich bin zwar selbst (noch) nicht Vater, das wird sich aber sehr bald ändern. Ich habe mir schon genug Gedanken darüber gemacht, auf meinen Neffen aufgepasst (v.a. als er gezahnt hat..) und kann deshalb so einiges nachempfinden.
Also, hier die Sechs Dinge:
Man muss es die ganze Zeit machen
Wahres Sozial Media Marketing, d.h, mit Kunden, Partnern, Fans etc. in Verbindung bleiben, ist eine beständige, wiederkehrende Aufgabe. One-Shot-Kampagnen (“Wegwerfkampagnen”), können virilen Erfolg haben, Sozial Media Marketing ist aber keine “Fire and Forget” Aktion. Man muss ständig Beziehungen aufbauen und pflegen, und man muss immer am Ball bleiben und die Übersicht behalten. Stille kann schädlich sein. Wenn man nicht in Kontakt bleibt, können Kunden zur Konkurrenz abwandern.
Ebenso ist es schädlich, sein Kind zu vernachlässigen. Auch wenn es sehr verlockend ist, sich eine Auszeit zu nehmen, WoW zu spielen oder allein Shoppen zu gehen, man kann sein Kind nicht längere Zeit allein lassen. Eltern ist man 24/7, entweder die Eltern oder jemand anderes muss immer da sein. Alles andere führt zu Hospitalismus. Man kann nicht einfach ein Kind in die Welt setzen und es dann vergessen. Kinder brauchen Aufmerksamkeit, Kunden und Fans im Netz ebenso.
Urlaub? – Kannste vergessen!
Im Cyberspace wird es immer einen Beitrag geben, der auf Sie in irgend einer Weise beziehbar ist. Vielleicht auf Twitter, eventuell in einem Forum. Das Internet schläft nicht, Ihre Online-Initiativen sollten es auch nicht. Wer immer Ihre Online-Kampagnen überwacht, sie oder er muss immer am Ball bleiben. Es gibt keine wirklichen Ferien!
Mit dem Elterndasein ist es genauso, wenn man mal ein Kind hat, gibt es kein Zurück mehr. Man kann ein Kind nicht dahin zurückbringen, wo er oder sie her kam. Man kann sich nicht frei nehmen, Eltern ist man immer, sobald man damit angefangen hat!
Aller Anfang ist schwer!
Sobald man ein Kind hat, fangen die Herausforderungen erst an. Ich bin schon gewarnt worden, Schlaf ist erst mal eine Seltenheit. In den ersten Monaten müssen die Eltern sich auf den Schlafrythmus ihre Kindes einstellen, unterbrochen von regelmäßigem Stillen und der Frage “Was mache ich, wenn mein Baby nicht schlafen will?” Alle paar Wochen neue Kleidung für den kleinen Goldschatz, Windeln wechseln und die Waschmaschine steht auch nie still… Außerdem wird das Kind Auswirkungen auf Arbeit und Freundeskreis haben. Die Dynamik des eigenen Lebens ändert sich, und sie tut dies ständig.
Ähnlich ist es bei den ersten Versuchen mit Social Media. Der Anfang ist anstrengend, nervig und manchmal zum Verzweifeln. Ein Twitter-Account wird eingerichtet und braucht dringend Follower. Die Facebook-Seite hat 0 (NULL!) Fans, da sieht die Kampagne wirklich nicht gut aus. Und dann ist da noch die Sache mit einer Community, in die man eintaucht. Erst müssen mal die anderen Mitglieder studiert werden und dann muss man langsam eine Beziehung mit ihnen aufbauen. Die User werden einem am Anfang kaum Vetrauen, vielleicht sind sie selbst nur unterwegs um Marketing zu betreiben, da wird es natürlich noch schwerer Leute für die eigene Kampagne zu begeistern.
Aber sobald man sich etabliert hat, oder das Baby älter wird, wird es (hoffentlich) einfacher. Klar, am Anfang ist es schwer. Einfach Zähne zusammen beißen und bis zum Durchbruch weitermachen!
Die Beziehung wird täglich stärker
Wenn Sie Kunden und Interessenten im Cyberspace (ich liebe dieses Wort…) treffen, dann tun Sie dies wahrscheinlich, weil Sie irgend eine Beziehung zu oder mit ihnen haben. Sie haben etwas mit ihnen gemein. Das ist erst der Anfang. Sobald sie ständig mit ihnen in Kontakt sind und Sie ihren Kunden wertige, nützliche Informationen liefern, stärkt das die Bindung und auch die Position der von Ihnen vertretenen Marke. Dies trifft besonders auf soziale Netzwerke zu, noch mehr auf die, bei denen Sie zuvor kein Vertrauen genossen. MrBabyMan, Digg’s Top-User, war mal total unbekannt, jetzt hat er sich durch harte Arbeit und Ausdauer etabliert und die anderen User sehen zu ihm auf. Heute hat er eine unglaubliche Anzahl Follower.
Einige Eltern bauen sofort eine enge Beziehung zu ihrem Kind auf, andere schaffen dies nicht. Meine Frau und ich haben alles geplant und freuen uns unglaublich auf unser Kind. Wir haben jetzt schon eine starke Bindung und hoffen, dass diese weiter wächst.
Man muss sich kümmern!
Ein Neugeborenes kann nicht für sich selbst sorgen, es kann nicht hinter sich aufräumen, kann sich nicht selbst ernähren und wenn man ihn oder sie nicht beim Bäuerchen machen unterstützt, wird das Dezibel-Niveau im Raum sehr schnell ansteigen. Die tägliche Routine besteht aus Füttern, Windelnwechseln, Bäuerchen machen lassen, Kleider wechseln, Baby baden, dem Wonneproppen neue Dinge zeigen etc. pp. es hört nicht auf, es ist ein Knochenjob und man ist alleine verantwortlich!
Viele Firmen, die kein Social Media Media betreiben (zumindest nicht AKTIV; denn auch über diese Firmen wird im Netz geredet), haben ans vor “unkontrollierten Nachrichten” oder wollen einfach nicht die Kontrolle an die Community abgeben. Sozial Dia Spezialisten predigen deshalb, dass man zwar nicht ändern kann, was gesagt wird (und manchmal mag man auch nicht, was gesagt wird), aber man kann durch Zuwendung an die Kunden, Fans und Interessenten einiges bewegen. Es ist harte Arbeit, die nie aufhört, aber es ist die Sache wert! Wahrnehmung bei den Kunden und Bindung der Kunden an das Unternehmen benötigt Arbeit und Einsatz, zahlt sich aber aus!
Manchmal geht was daneben
Manchmal passieren Dinge im Leben der Eltern und des Kindes, die sind einfach nicht schön, oder nervig oder in anderer Form ungut. Kinderkrankheiten, die ersten Zähne, Unwillen, Gemüse zu essen, keine Lust, das Zimmer auf zu räumen usw. Aber: Man muss trotzdem weiter machen. Sobald man mal ein Kind hat, kann man nicht einfach aufhören, wenn es keinen Spaß macht. Diese Phasen gehen vorbei.
Ebenso kann es sein, das Sie die ultimative Sozial Media Kampagne haben, bis jemand kommt, der Ihnen den Tag verdirbt. Auch solche Ereignisse sind fies. Man kann aber trotzdem nicht aufhören, man muss weiter machen. Morgen scheint wieder die Sonne! Egal ob die Facebook-Kampagne nicht zündet oder Ihr virales Video niemand sehen will. Sie können nicht einfach aufhören.
Also:
Elternschaft und Social Media Marketing haben einiges gemeinsam. Beide sind ein beschwerlicher Weg, der nie wirklich zu Ende ist, der viel Lohn aber auch viel Arbeit bedeutet. Man lernt jeden Tag etwas neues und man darf nie aufhören, sich den Herausforderungen zu stellen. Man darf generell nie aufhören. Man darf es gar nicht.
Den Original-Artikel von Tamar Weinberg gibt’s hier:
http://www.techipedia.com/2010/parenthood-and-social-media-marketing/


