Terry Jones – Ein furchtbares Erfolgsbeispiel

Irgendwo in Florida lebte einst ein kleiner Pastor, der die Aufmerksamkeit der Welt wollte, also inszenierte er eine kontroverse Aktion und bekam genau das. Es kostete ihn eine Handvoll Dollar und…

agitationJeder, der in den letzten Tagen Nachrichten geschaut hat, im Netz war oder sich nicht vollständig von der Außenwelt abgeschirmt hat, weiß, wovon ich rede. Da ist dieser kleine, selbstherrliche Wicht, ein Agitator,  der eine Religion zum Zweck der Selbstdarstellung missbraucht (Eitelkeit ist eine Totsünde, oder irre ich mich da?) und er schafft es.

Die Welt hält ob seiner Aktion beinahe den Atem an, sein Bild erscheint in jeder großen Tageszeitung der Welt, es flimmert über die Bildschirme und ist im Netz allgegenwärtig.

Damit wir uns richtig verstehen, Terry Jones gehört mit Bin Laden, Pat Robertson und einigen anderen in einen Sack gestopft und ein sehr langes, sehr steiles Geröllfeld im Himalaya heuntergerollt, aber die virale Wirkung seiner Aktion ist unbestreitlich. Seine Aktion hat mit extrem geringen Mitteln (einige Plakate und Transparente vor seiner Kirche, etwas initiale Mundpropaganda) einen weltweiten Mediensturm entfacht und Jones von einem Provinzpfarrer zur Medienpersönlichkeit gemacht.

Es würde mich nicht wundern, wenn er demnächst ein Buch herausbringt, dass von der Religious Right in den USA millionenfach gekauft wird und ihn zum reichen Mann macht. Wahrscheinlich wird er auch noch Talkshow-Host bei Fox News.

Es hat aber auch etwas anderes gezeigt: In zeiten globaler Vernetzung, in der Nachrichten wie die über Jones in wenigen Sekunden die ganze Welt erreichen können, müssen wir alle, und allen voran die großen Nachrichtenmacher, verantwortungsvoller mit solchen Nachrichten und solchen Personen umgehen.

Gnadenlose Selbstdarsteller wie er sind die Trolle der nächsten Generation.

Troll

Man darf sie also eben so wenig füttern, wie die üblichen Trolle, die Blogs und Foren unsicher machen. Wenn man sie ignoriert, und wenn die Internetgemeinde und die professionellen Nachrichtenmacher nicht auf sie einsteigen, dann werden sie von selbst weg gehen.

Hmmmm… sehr hehres Ziel, aber da jede Zeitung, jeder Sender nur auf Quoten aus ist, bereiten wir Leuten wie Jones ein wunderschönes Spielfeld um sich aus zu toben. Das dabei Menschen zu schaden kommen, wen stört’s?

Um’s nochmal zu sagen: Aktionen wie die dieses Pastors zeigen, dass ein Umdenken statt finden muss, wie wir als einzelne und als Gesellschaft mit Nachrichten und Personen, die sich ins Rampenlicht drängen, umgehen. Jones ist zurück gerudert, aber er wird Nachamer finden, die es vielleicht nicht tun werden und wer weiß, was dann passiert.

Wir müssen anfangen, positive, inspirierende Nachrichten, wie die der Spendenation von Bill Gates, höher zu bewerten als reißerische, quotenträchtigere Geschehnisse. Jones hat gezeigt, was ein einzelner Agitator im digtalen Zeitalter an Schaden anrichten kann, Hier muss gegengesteuert werden. Ich rede nicht von Zensur, ich rede davon, den Fokus anders zu setzen.

Und jetzt habe ich mich genug aufgeregt.

 

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