Hmmm… Eigentlich passt die Überschrift nicht ganz, es geht hier nicht nur um Schule, sondern um Lernen im Allgemeinen. Betrachtet man das Web 2.0 in seiner Gesamtheit, dann fällt auf, es ist ein hervorragendes Hilfsmittel, um zu lernen.
Viele Bildungsangebote sind dabei nicht mal offensichtlich als solche gekennzeichnet: So gibt es einen ganzen Stall voll Podcasts, die einen beim Erlernen einer Fremdsprache unterstützen (ich habe selbst drei davon, für Japanisch, aboniert). Die Mehrzahl davon wird nicht von Lehrkräften, sondern von Enthusiasten gemacht, dass da Lehrer dabei sind, ist eigentlich fast eine Nebensache.
Wichtig hier ist die Motivation: Den Leuten hinter Podcasts macht ihre Sache Spaß, die machen es nicht des Geldes wegen, das sind Privatproduktionen und die Podcasts sind kostenlos.
Dadurch, dass das Herzblut der Produzenten dran hängt, wird das Lernmaterial ganz anderst vermittelt, es wirkt echter, ist weniger verschult und garantiert nicht abstrakt sondern anwendungsbezogen. Die ganze Atmosphäre ist eine andere als in der Schule.
Beim Empfänger sieht es ähnlich aus: Wer sich so eine Podcast herunterlädt, will lernen, interessiert sich für das Material und ist interessiert, alles wesentliche Vorraussetzungen, um die Chancen des Lernerfolges zu verbessern. Hier haben wir also einen posiiven Kreislauf: Motivierte Informationsgeber (also Lehrer) treffen auf motivierte Informationsnehmer (also Schüler), dadurch wird die Chance eines Lernerfolges erhöht, was zu positivem Feedback auf der Website/dem Blog des Podcasters führt (oder des Handbuchautoren etc.), der dann auch wieder motiviert wird usw. Ein endloser positiver Kreislauf und ein ziemlicher Unterschied zum stereotypischen Schulalltag, in dem genervte, gelangweilte und generell demotivierte Schüler auf gestresste, frustrierte Lehrer stoßen.
Außer Podcasts zu den unterschiedlichsten Themen gibt es im Internet inzwischen, und das relativ fernab der üblichen Social Media Locations wie Facebook und Myspace, rege Foren-Communities zum Informationsaustausch zu jedem erdenklichen Thema, von Handarbeit und DIY über Kunsthandwerk bis hin zum Düsenflugzeug Marke Eigenbau.
Wenn man zu irgendwas Informationen will, man findet sie im Netz. Ganz besonders trifft das natürlich auf OS Programmiersprachen wie PHP und Ruby, deren komplette Dokumentation man im Netz findet. Wer also Ambitionen zum Programmierer hat, braucht nur einen Internetzugang, die Infos sind vorhanden und keiner wird sagen “Das gehört jetzt nicht hier her.” oder “Dafür bist Du noch zu klein.” Der Download-Seite von Ruby ist es egal, ob der Mensch, der den Download auslöst 8 oder 80 ist. Wer Interesse zeigt, darf sich die Informationen holen. Youtube ist übrigens ebenso voll mit Tutorials, hier ein Beispiel:
Die Mehrzahl dieser Tutorials und Podcasts sind in Englisch, was natürlich eine Motivation ist, Englisch zu lernen.
Also, was bedeutet diese Durchdringung des Web 2.0 mit Lerninnhalten für den regulären Unterricht:
Lehrer müssen die Fähigkeit besitzen, relevante Inhalte Im Internet zu erkennen und diese Fähigkeit an die Schüler weitergeben. Die Schüler müssen in der Lage sein, diese Fähigkeit nicht nur auf schulspezifische Themen anzuwenden (z.B. Materialrecherche für einen Schulvortrag) sondern auch für private Interessen. Dies kan aber nur effektiv geschehen, wenn das Internet (kontrolliert) ständige Präsenz im Unterricht hat, nicht nur (falls überhaupt) bei Projekten oder in IT. Damit hat aber auch der klassische Frontalunterricht ausgedient und wird zum Netzwerk.Unterricht.
Dieses Netzwerk lässt sich dann vom Klassenverband ausweiten, sodass die ganze Schule, Partnerschulen etc. vernetzt sind und auf diese Weise ein breit gefächerter multilingualer Informationsaustausch statt findet.
Die Welt ist bereits vernetzt, die meisten Schulen sind dies nicht, zumndest nicht aktv, und daran muss sich was ändern. Bildungsangebote im Netzt sind ein ideales Tor zur wirklichen Vernetzung des Unterrichts und der daraus folgenden Transformation des Unterrichts zu einer modernen, zeitgemäßen und realitätsorientierten Informationsaustauschplatform.




