Globale Proteste und Social Media

Wall Street Street SignEs ist sicherlich gewagt, den Arabischen Frühling als direkten Vorläufer der Proteste zu sehen, die sich zur Zeit gegen Misswirtschaft und Spekulationskapitalismus in Europa und Nordamerika richten. Im Grunde genommen geht es aber um die gleiche Sache:

Die normalen Bürger auf der Straße haben es satt, von einem System gegängelt und ausgenutzt zu werden, auf das sie keinen Einfluss haben und das macht, was es will. Hinzu kommt noch, dass in beiden Fällen mehrere Parteien vom Status Quo auf kosten der Mehrheit profitieren:

Im Falle des Arabischen Frühlimgs war es die Führungselite und deren Günstlinge, bei den jetzigen Protesten der westlichen Welt, bzw. in den Industriestaaten, geht es gegen die Kapitalwirtschaft und die Politiker und Lobbyisten, die die Kapitalwirtschaft schützen und von ihr profitieren.

Was hier nun vor sich geht ist eine globale Protestbewegung, die sich in bisher nicht da gewesener Weise organisieren kann. Die Wichtigkeit der diversen Social Media Plattformen war gerade bei den Unruhen in London so offensichtlich, dass die britische Regierung Maßnahmen gegen Netzwerke und v.a. den Blackberry Messaging Service erwog.

Dabei ist ein Vorgehen gegen diese Protestbewegungen und gegen die Kanäle, über die sich die Demonstranten organisieren, genau der falsche Weg.Vielmehr sollten die Poliker auf die Forderungen der Protestierenden eingehen, da ihnen hier gezeigt wird, wo von der Bevölkerung Misstände und Ungerechtigkeiten wahrgenommen werden.
Die gegenwärtige Entwicklung sollte als Chance gesehen werden, die eingefahrenen Systeme innerhalb der westlichen Demokratien in eine Liquid Democracy zu verjüngen, in der sowohl Politiker schnell auf Ungerechtigkeiten reagieren und die Bürger ebenso schnell ihre Forderungen vorbringen können.

Der erste Schritt ist, dass alle Parteien in einen Dialog mit der Bevölkerung treten, und zwar genau dort, wo der Unmut heute zuerst geäußert wird: Im Internet.

 

 

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